top of page

Schnorcheln im Golf von Thailand

Nach den lauten Tagen in Bangkok zieht es uns zur Entspannung ans Meer. Wir starten mit dem Zug Richtung Süden nach Surat Thani. Eine lange, aber angenehme Fahrt, bei der wir den Blick aus dem Fenster genießen und versuchen, ein wenig Schlaf zu bekommen, während draußen Thailand an uns vorbeizieht. Von der Hafenstadt aus nehmen wir die Fähre nach Koh Phangan. Jetzt ist Strandurlaub angesagt.


Koh Phangan ist die zweitgrößte der drei Inseln im Golf von Thailand und vielen vor allem wegen einer Sache bekannt – der Full-Moon-Party. Einmal im Monat strömen zehntausende junge Reisende auf die Insel, um am Haad Rin Beach bis zum Sonnenaufgang zu feiern. Zunächst wollen auch wir der Strandparty beiwohnen, entscheiden uns nach einem regnerischen Nachmittag allerdings dagegen. Wir bleiben einige Tage auf der Insel und übernachten im Nordosten in einem kleinen Bungalow, nur zwei Minuten vom Meer entfernt.


Unser Bungalow mit Hängematte auf Koh Phangan.
Unser Bungalow mit Hängematte auf Koh Phangan.

Der Strand um die Ecke ist der schönste, den wir auf der Reise gesehen haben. Ein paar Palmen und wenige Touristen. Mehr braucht es nicht. Ein ziemlicher Glücksgriff.

Trotzdem merken wir schnell: Koh Phangan ist auf dem Rest der Insel voll. Viele junge Leute, viele Roller, viele Hostels und Bars. Die Insel wirkt insgesamt sehr belebt. Umso dankbarer sind wir für unseren ruhigen Strandabschnitt, an dem es deutlich entspannter zugeht. Hier verbringen wir viel Zeit mit Nichtstun. Lesen, schwimmen, im Schatten liegen, zwischendurch ein kalter Drink. Genau das, was wir nach den Städten brauchen.


Ein Strand, klares Wasser, wenige Menschen. Was will man mehr?
Ein Strand, klares Wasser, wenige Menschen. Was will man mehr?

Mit dem Roller fahren wir von Nord nach Süd, von Ost nach West. Die Straßen sind hügelig und kurvig, das Cruisen macht Spaß. Wir fahren zu verschiedenen Stränden, Aussichtspunkten, vorbei an Makaken und kleinen Cafés. Fast überall ist etwas los, oft mehr, als wir erwartet hätten. Koh Phangan hat definitiv zwei Gesichter: Partyinsel und Rückzugsort. Wir entscheiden uns bewusst für Letzteres und haben dabei kein schlechtes Gewissen.


Das kleine Äffchen findet Gefallen an meinem Scooter.
Das kleine Äffchen findet Gefallen an meinem Scooter.

Nach vier Tagen geht es weiter nach Koh Tao. Die Überfahrt dauert nicht lange. Koh Tao ist noch kleiner als Phangan und wirkt auf den ersten Blick genauso belebt. Alles hier dreht sich ums Tauchen und Schnorcheln. Tauchschulen reihen sich aneinander, überall werden Kurse, Zertifikate und Ausflüge angeboten.


Im Hotel "Carabao Diving" haben wir den Strand direkt vor der Haustür.
Im Hotel "Carabao Diving" haben wir den Strand direkt vor der Haustür.

Wir mieten uns auch hier wieder einen Scooter und fahren zu verschiedenen Buchten rund um die Insel. Das Wasser ist klar, die Unterwasserwelt beeindruckend. Schon beim Schnorcheln sehen wir bunte Fische und ganze Schwärme, die sich zwischen den Felsen bewegen. Doch unzählige abgestorbene Korallen zeigen die negative Entwicklung der Unterwasserwelt. Wer nicht erkennt, dass da auf dieser Welt etwas schief läuft, möchte die Augen bewusst verschlossen halten.

Ein Tauchkurs wäre in unserem Tauch-Hotel tatsächlich überraschend günstig, aber wir entscheiden uns dagegen. Wir haben noch gut zwei Monate Reise vor uns und wollen mit unserem Budget lieber etwas vorsichtig bleiben.


Wichtige Ausrüstung auf Koh Tao.
Wichtige Ausrüstung auf Koh Tao.

Im Vorfeld hatte ich durch True-Crime-Podcasts viel über Koh Tao gehört, das dort oft als „Murder Island“ bezeichnet wird, weil es seit Jahrzehnten immer wieder ungeklärte Mordfälle auf der Insel gibt. Regelmäßig verschwinden oder sterben Backpacker unter eigenartigen Umständen. Die Polizei liefert keine Erklärungen. Diese Tatsachen lösen in mir ein spannendes Gefühl aus, wie bei einem guten Horrorfilm.


Blick auf die Westküste Koh Taos, mit dem aus True-Crime-Geschichten berüchtigten Sairee Beach.
Blick auf die Westküste Koh Taos, mit dem aus True-Crime-Geschichten berüchtigten Sairee Beach.

Vor Ort fühlen wir uns jedoch zu keiner Zeit unsicher. Klar, viel Tourismus, viel Betrieb, aber nichts, was ein ungutes Gefühl hinterlässt. Abends sitzen wir am Strand, schauen den Feuershows zu, die hier fast jeden Abend stattfinden, und genießen das Essen. Panang Curry, Khao Soi, frische Smoothies – kulinarisch werden wir definitiv nicht enttäuscht.


Khao Soi gehört definitiv zu den Top 5 Gerichten der Asien-Reise.
Khao Soi gehört definitiv zu den Top 5 Gerichten der Asien-Reise.

Ein echtes kleines Abenteuer wird unser Ausflug zur Mango Bay. Der Weg dorthin ist nichts für Langweiler. Erst geht es unzählige Stufen steil bergab, danach klettern wir noch über Felsen entlang der Küste. Dafür werden wir mit einem menschenleeren Strand belohnt – inklusive eines verlassen wirkenden Hotels im Hintergrund. Ein richtiger Lost Place. Beim Schnorcheln bleiben wir lange im Wasser, völlig allein, bis wir uns irgendwann wieder an den anstrengenden Rückweg machen.


Über diese Felsen gelangen wir zur Mango Bay.
Über diese Felsen gelangen wir zur Mango Bay.

Koh Phangan und Koh Tao sind beide sehr touristisch, keine Frage. Aber sie bieten auch das, was wir in diesem Moment brauchen: Meer, Ruhe und entspannte Tage.

 
 
 

Kommentare


bottom of page